New York/Istanbul – Im Fall des getöteten Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi gibt es laut einem Bericht starke Hinweise auf eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Ein Mitglied des Kommandos, das Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul umgebracht habe, habe kurz nach der Tat Anfang Oktober einem Vorgesetzten am Telefon gesagt, er möge „seinem Chef“ Bescheid geben, schreibt die „New York Times“.
Amerikanische Geheimdienstmitarbeiter glauben demnach, dass mit dem „Chef“ der Kronprinz gemeint sei, auch wenn dieser nicht namentlich genannt werde. „Ein Anruf wie dieser ist so nahe an einem handfesten Beweis, wie er nur sein kann“, sagte der frühere CIA-Offizier Bruce O. Riedel. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte vor türkischen Journalisten, die Tonaufnahmen über die Ermordung Khashoggis hätten selbst saudische Geheimdienstmitarbeiter schockiert, sie seien eine „Katastrophe“.
Khashoggi, Kolumnist der „Washington Post“, galt als Kritiker des Kronprinzen. Am 2. Oktober hatte er das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Dokumente für die Hochzeit mit seiner Verlobten abzuholen. dpa