Überholspur im G9

Pädagogisch unnötig

von Redaktion

DIRK WALTER

Man mache sich nichts vor: Die Überholspur am neuen G9 wird kein großer Erfolg werden. Eigentlich sind ja alle – Lehrer, Eltern, Schüler – froh, dass das Gymnasium der Zukunft wieder neun Jahre dauern wird. Vor allem die neue 11. Klasse soll ein Aushängeschild des bayerischen Gymnasiums sein, mit mehr politisch-historischer Bildung, die in diesen Zeiten bitter Not tut, und mit mehr digitaler Bildung. Da macht es wenig Sinn, im G9 eine Überholspur zu eröffnen, die just die 11. Klasse auslässt. Für dieses G8 im G9 besteht keine zwingende pädagogische Notwendigkeit, zumal ja für wirkliche Überflieger das schlichte Überspringen einer Klasse weiterhin möglich sein wird.

Nein, die Überholspur ist eine politische Konzession an die CSU, die einst das G8 widersinnig lange mit Zähnen und Klauen verteidigt hat und dann aus purer Selbstachtung (man könnte auch sagen: Sturheit) auf dem Mini-G8 bestand. Dies vorausgesetzt, ist das Konzept der Überholspur sogar ganz ordentlich geworden, wenn es denn wirklich so kommt, dass ein eigener Lehrer („Mentor“) künftig maximal drei Überhol-Schüler betreuen wird. Die Erfahrung lehrt aber, solchen Versprechungen zu misstrauen. Sinnvoller eingesetzt wären diese Lehrerstunden wahrscheinlich für das normale G9.

Dirk.Walter@ovb.net

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