PRESSESTIMMEN
„In Madrid hat der Jahrhundertprozess über den katalanischen Separatismus begonnen. Es ist ein menschliches Drama für die Angeklagten, die Jahrzehnte im Gefängnis riskieren. Aber es ist auch ein Schaufenster für die Unabhängigkeitsbewegung und ein Test für die spanische Demokratie.“
„Sicher sind die Verfechter der Unabhängigkeit Kataloniens weit – für viele zu weit – gegangen. Aber es handelt sich um eine politische Bewegung. Und politische Bewegungen verlangen nach politischen Antworten statt nach strafrechtlicher Verfolgung. Doch genau dazu ist Spaniens Politik nicht in der Lage. (…) Wer glaubt, dass durch harte Urteile die Unabhängigkeitsbewegung geschwächt wird, täuscht sich gewaltig.“
„Das perverseste an diesem Wiederaufleben des Antisemitismus ist, dass er oft kein Gesicht hat. Nur eine begrenzte Zahl der Taten wird den Justizbehörden überhaupt bekannt. Bisher gibt es auch keine ernst zu nehmende Studie, die das Profil der Täter zeichnet, ihre Motivation ergründet oder ihren ideologischen Hintergrund. [Davon] profitieren die Rechtsextremen, indem sie die Verantwortung für alle antijüdischen Taten den Muslimen zuschreiben.“