Massendemonstrationen

Das andere Italien steht auf

von Redaktion

INGO-MICHAEL FETH

Seit vor einem Jahr Populisten und Ultrarechte in Rom an die Macht gekommen sind, verharrten die Oppositionsparteien lange in Schockstarre. Fassungslos musste vor allem der Partito Democratico zusehen, wie die Antieuropäer eine Reform nach der anderen, mit der Matteo Renzi und Paolo Gentiloni das Land aus der Krise geführt hatten, wieder ein- und neue Gräben in der Europäischen Union aufrissen. Minuswachstum, Defizit auf Rekordhöhe, das diplomatische Vertrauen verspielt.

Jetzt wehrt sich das andere Italien. Die Massendemonstrationen in Mailand und anderen Städten zeigen: Die Opposition gegen den Kurs der Verantwortungslosigkeit wächst, die proeuropäischen und moderaten Kräfte scheinen ihre Stimme wiederzufinden. In Anbetracht der nahenden Europawahl Ende Mai keine Sekunde zu früh. Der Zorn der Wähler richtet sich immer stärker gegen die linke Fünf-Sterne-Bewegung. Davon profitiert vorläufig die rechtsextreme Lega.

Das muss nicht zwangsläufig so bleiben. Sollten die Demokraten endlich aus ihrer Agonie herausfinden und ein breites Bündnis der politischen Mitte schmieden, wären die Populisten in Italien durchaus zu schlagen.

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