Expressbusse um München

Neuer Eifer, alte Versäumnisse

von Redaktion

DIRK WALTER

Die neuere Geschichte des Münchner Nahverkehrs ist eine Geschichte der Versäumnisse und der fehlenden Weitsicht, im Großen wie im Kleinen. So wie lange der Ausbau der Münchner S-Bahn verschludert wurde, so wurde auch die Einrichtung von sogenannten Querverbindungen zwischen den S-Bahn-Außenästen unterbunden. Noch vor drei Jahren hat, um nur ein Beispiel zu nennen, der Tölzer Kreistag unverständlicherweise Expressbusse per Beschluss ausgebremst. Und die lange verfolgte Stadt-Umland-Bahn wurde zwar in ungezählten Papieren beschworen, aber nie auch nur ein Kilometer Schiene gebaut.

Jetzt kann es überall nicht schnell genug gehen. Den neuen Tatendrang in Verkehrsministerium und MVV kann man nur gut finden, solange er sich nicht auf Seilbahnprojekte und Lufttaxis beschränkt. Zu hoffen ist, dass für die Expressbusse auch bestehende Hürden beiseite geräumt werden. Ihnen muss eine Verkehrsschneise geschlagen werden, sonst bleiben sie im Stau stecken. Die Planer sollten sich auch nicht täuschen: Die Ringbuslinien sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Mittel, um den drohenden Münchner Verkehrsinfarkt zu verhindern. Expressbusse sind also kein Argument gegen den weiteren Ausbau der S-Bahn in den Außenästen.

Dirk.Walter@ovb.net

Artikel 11 von 11