Zum Weltgesundheitstag

Reden ist Gold (wert)

von Redaktion

BARBARA NAZAREWSKA

Ob eine Behandlung Erfolg hat, hängt nicht nur vom medizinischen Können ab – sondern auch maßgeblich davon, wie gut die Kommunikation zwischen Arzt und Patient klappt. Das Problem: Für intensive Gespräche gibt es keine Vergütung. Ein folgenschwerer Fehler! Denn: Reden ist hier Gold (wert).

Die Fakten sprechen für sich: Wenn ein Patient das Gefühl hat, dass der Arzt ihm zuhört, dass er seine Sorgen versteht und ihn verständlich, also nicht im Mediziner-Kauderwelsch, informiert, dann ist er bereit, dem Arzt zu vertrauen. Das wiederum erhöht den Behandlungserfolg und trägt zum Genesungsprozess bei. Doch damit nicht genug – finanziell lohnt sich das Ganze auch: Weltweit verursacht schlechte Kommunikation in der Medizin einen Schaden von 57 bis 181 Millionen Euro. Pro Tag. Das belegen Studien. Demnach lassen sich 25 bis 80 Prozent aller „unerwünschten Ereignisse“ darauf zurückführen. Anders ausgedrückt: „Mindestens alle zwei bis sechs Sekunden erfährt ein Patient vermeidbaren Schaden“, so eine entsprechende Hochrechnung.

Man braucht nicht besonders empathisch zu sein, um diese nüchternen Zahlen richtig zu interpretieren – und seine Schlüsse daraus zu ziehen. Nämlich: Gute Arzt-Patienten-Gespräche sind nicht nur gesundheitsfördernd, sie schonen auch das Budget. Was also spricht dagegen, eine anständige Kommunikation endlich vernünftig zu vergüten?

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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