Impfen ist sozial

Masern: In Gefahr sind auch Erwachsene

von Redaktion

BARBARA NAZAREWSKA

Man kann darüber streiten, ob eine Impfpflicht bei Masern der richtige Weg ist, um diese Krankheit auszurotten. Fest steht hingegen: Eine Impfung ist der beste Schutz – für Kinder und für Erwachsene. Denn: Laut Deutschem Ethikrat tritt die Hälfte aller Masernerkrankungen bei Erwachsenen auf. Es steht also außer Frage, dass auch in dieser Altersklasse die Impfquote massiv erhöht werden muss. Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind potenziell tödlich!

Tatsache ist, dass die meisten Erwachsenen, die vor 1970 geboren wurden, die Masern durchgemacht haben. Das belegen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Sie können sich also nicht noch mal infizieren. Diejenigen aber, die nach 1970 zur Welt kamen, sind häufig nicht ausreichend geschützt: Weil sie entweder keine oder nur eine Masernimpfung bekommen haben – notwendig sind aber zwei.

Impfen: Ja oder Nein? Das ist, unabhängig vom Alter, keine rein individuelle Entscheidung. Wer nicht geimpft ist, bringt nicht nur sich in Gefahr, sondern auch andere, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen: Neugeborene, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen. Erst ab einer Impfquote von 95 Prozent greift die sogenannte Herdenimmunität. Wer sozial denkt, sollte auch sozial handeln – und sich impfen lassen!

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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