Man muss sich die Situation vielleicht einmal aus der Sicht von vor vielleicht 20 Jahren vorstellen: Da eröffnet mit BMW einer der großen Autohersteller der Welt ein Werk in Mexiko und dort in einer Region, die damit große Hoffnungen für ihre wirtschaftliche Entwicklung verbindet. Und bei der globalen Wahrnehmung stehen nicht die Chancen für Beschäftigung und Wohlstand im Mittelpunkt, sondern die Risiken, weil ein US-Präsident die spontane Idee hat, Zölle und die Drohung mit solchen als Mittel der politischen Erpressung seiner Nachbarn zu begreifen.
Die Vorgänge um die Werkseröffnung von BMW in San Luis Potosi und die jüngsten Tweets von Donald Trump zeigen, wie sehr die globalen internationalen Beziehungen aus den Fugen geraten sind. Und erschreckend ist, wie ein bewährtes politisches System wie das der USA die Fähigkeit zur Selbstkorrektur völlig verloren hat. Es lässt zu, dass ein egozentrischer Möchtegern-Potentat sein ganzes Land und mit ihm die ganze Welt in Geiselhaft nimmt. Industriepolitik ist kein Verteilungskampf, bei dem man anderen etwas nehmen muss, um sich selbst den maximalen Vorteil zu sichern. Richtig angelegt, mehrt sie den Nutzen aller Beteiligten und schadet idealerweise niemanden.
Martin.Prem@ovb.net