Die SPD und ihr Personal

Das Spiel auf Zeit

von Redaktion

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Die SPD ist in einem Zustand, in dem Eile auch nicht mehr nötig ist. Irgendwann, wohl nicht mehr im Frühjahr, Sommer oder Herbst, gedenkt die Partei, ein oder zwei neue Vorsitzende zu wählen. An diesem Zeitspiel haben alle Seiten Interesse. Die Abgeordneten und Amtsträger verharren noch einige Monate auf ihren Posten, die nach aktuellen Umfragewerten bei einer Neuwahl überwiegend verloren wären. Und die Gesamtpartei hofft, dass in den kommenden Monaten irgendwem das Wunder gelingt, die Grünen zu entzaubern und den Weg der Sozialdemokratie in die Einstelligkeit zu stoppen.

Der Zeitplan ist lang, aber absehbar. Ob per Urwahl, Vorstandsbeschluss, Parteitagsvotum oder allem zusammen – die SPD wird nach derzeitiger Planung im Dezember eine neue Führung bekommen. Je breiter die Basis eingebunden wird, desto klarer ist: Parteichef wird nur, wer fix den Ausstieg aus der Großen Koalition verspricht. Die SPD wird deutlich nach links rücken. Vermutlich verhallen kluge Stimmen wie die der Herren Oppermann und Gabriel, die ihrer Partei zu einer härteren Hand in der Migrationspolitik raten. Bald nach dem SPD-Parteitag wird also die Koalition implodieren, Neuwahlen folgen 2020. Die Freude über das nahende Ende des GroKo-Siechtums wird getrübt von der Aussicht, was nachkommt.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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