Konflikt mit dem Iran

Noch eine Chance für Diplomatie

von Redaktion

MARTINA HUMMEL

Was für ein Unsinn: Die USA fordern von Teheran, es solle sein Raketenprogramm einstellen, noch strengeren Atomkontrollen zustimmen und die Unterstützung für radikale Gruppen wie die Hisbollah im Libanon einstellen. Keine iranische Regierung wird solch ein Papier unterschreiben, weil es einer Kapitulation gleichkäme.

Auch muss man davon ausgehen, dass sich die meisten Iraner in einem Krieg mit den USA auf die Seite ihres Landes stellen, selbst wenn sie im Herzen das Mullah-Regime ablehnen. Was also brächte ein Krieg den Parteien – außer noch mehr Unfrieden im Nahen Osten? Nichts. Ein Krieg, angezettelt von welchem Staat auch immer, wird weder den USA noch dem Iran helfen, die eigenen Interessen durchzusetzen.

Wenn nun US-Präsident Donald Trump gestern verlauten ließ, dass er den Angriff auf den Iran wegen „befürchteter Todesopfer“ abgesagt hat, dann muss man aufhorchen. Zwar könnte er diesen Satz schon morgen vergessen haben. Es könnte aber auch sein, dass Trumps Interesse an derartigen Machtspielen nicht annähernd so groß ist wie bei seinen Ministern. Das nährt ein Fünkchen Hoffnung, dass die Diplomatie doch noch eine Chance bekommt.

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