Auf gerade mal zwölf Seiten hat Facebook zusammen mit wichtigen Firmen wie Mastercard, Vodafone oder Uber das Konzept für das neue Zahlungssystem Libra entwickelt. Einfach, digital, schnell und kostengünstig soll Geld fließen, weltweit über Grenzen hinweg.
Das Potenzial ist riesig: Facebook zählt weltweit 2,7 Milliarden Nutzer. Von solchen Dimensionen können Großbanken nur träumen. Damit wird Libra zu einem starken Konkurrenten. Mit einem klaren Vorteil gegenüber anderen Digital- und Kryptowährungen. Libra soll eine „Stable Coin“, also stabil sein, gekoppelt an einen Korb der wichtigsten Währungen, abgesichert durch Staatsanleihen. Trotzdem wird die neue Währung nicht so schnell kommen, wie Facebook hofft. Zentralbanken und Aufseher werden sehr genau hinschauen: Ist die Facebook-Währung ein Risiko für die Finanzstabilität? Eröffnet sie Kriminellen und Terroristen neue Möglichkeiten? Wie hält es Facebook mit dem Datenschutz?
Die Deutschen brauchen das neue Geld nicht wirklich. Auslandsüberweisungen sind über spezielle Anbieter schon günstig möglich. Ohnehin zahlen die Bundesbürger noch am liebsten bar. Bargeldlos geht es längst mit Karte. Kommt Libra, wird der Wettbewerb im Zahlungsverkehr weiter angeheizt. Für Verbraucher ist das gut, weil die Preise sinken dürften. Schlecht ist es für Kreditinstitute, weil ihre Einnahmen schrumpfen.
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