In einem Video haben Ende Mai Youtube-Stars um den „Influencer“ Rezo gefordert, der Klimaschutz müsse über alles andere gestellt werden. Gemeint war aber wohl: über alle anderen. Denn der einzige Gürtel, den einige dieser Youtuber seither selbst enger geschnallt haben, ist der Sicherheitsgurt im Flieger.
Allein im ersten Monat nach ihrem Video-Aufruf sind acht der 32 im Rezo-Video vorkommenden Youtuber ins Flugzeug gestiegen. Und mit 77 000 Kilometern Strecke sind sie dabei quasi zweimal um die Erde geflogen und haben 23 470 Kilogramm CO2 mitverursacht. Das hat die „Bild“ rekonstruiert.
Wir brauchen keine besseren Menschen, sondern bessere Politik, sagt Bayerns Grünen-Politikerin Katharina Schulze gerne. Das ist ein Argument.
Trotzdem darf man aber wohl fragen, wie das eigentlich zusammen passen soll, wenn Youtube-Stars erst publikumswirksam den Zeigefinger heben, aber dann – wenn es um ihren Vorteil geht – ihre eigene CO2-Bilanz ganz bewusst bis zum Anschlag aufdrehen. Youtuberin Diana zur Löwen (zwei Flüge nach Ibiza und Athen; 6358 km; 1840 kg CO2) erklärt dazu der „Bild“: „Ich muss beruflich viel reisen, bin aber natürlich auch eine junge Frau, die neue Erfahrungen machen möchte.“
Das klingt freilich nach einer echten Ausnahmesituation. hor