Auto-Chef Krüger gibt auf

BMW braucht einen Weckruf

von Redaktion

THOMAS MAGENHEIM-HÖRMANN

Die Bosse automobiler Premiumhersteller hatten schon einmal ein ruhigeres Leben. Innerhalb weniger Monate wechselten die Chefs von Audi, Daimler und nun auch BMW. Trotz der gemeinsamen Probleme der Branche sind die Gründe der jeweiligen Wechsel aber recht individuell. Während der in Stuttgart von Dieter Zetsche auf Ola Källenius noch ein turnusmäßiger war, ist der von Rupert Stadler auf Bram Schot bei Audi in Ingolstadt ein von Dieselkrise und Staatsanwaltschaft erzwungener.

Harald Krüger bei BMW wiederum könnte man als einen an sich selbst gescheiterten Manager bezeichnen. Unter ihm hat BMW seinen Vorsprung verloren. Dabei ist es noch eher zu verkraften, dass BMW hinter Mercedes zurückgefallen ist. Schwerer wiegt der Verlust der nationalen Führungsrolle in Sachen Elektromobilität.

BMW braucht dringend einen Weckruf. Derzeit durchlebt der erfolgsverwöhnte Konzern jedenfalls eine Durststrecke, wenn es auch keine echte Krise ist. Anders als Konkurrent Audi hat sich BMW im Diesel-Skandal nichts zuschulden kommen lassen. Dennoch: Man kann auch zu vorsichtig sein. Der neue Mann bei BMW muss beherzter agieren. Zumal er zusätzlich zu allen anderen Herausforderungen auch die Zusammenarbeit mit dem einstigen Erzrivalen Daimler vorantreiben muss. Moderne Mobilitätsdienste und teure Entwicklungen erzwingen diesen – übrigens von Harald Krüger eingeschlagenen – Weg.

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