Deutsche zweifeln an von der Leyen

von Redaktion

Mehrheit sieht „Täuschung“ – AKK warnt Sozialdemokraten

Berlin – 71 Prozent der Deutschen wünschen sich einen EU-Kommissionschef aus Deutschland. Nur 14 Prozent sind dagegen, wie die von der „Bild am Sonntag“ veröffentlichte repräsentative Emnid-Umfrage ergab. Dass mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Politikerin die besten Aussichten hat, die keine Rolle als Kandidatin im EU-Wahlkampf gespielt hat, sehen aber 53 Prozent als Wählertäuschung. Selbst unter den Unions-Wählern war demnach mit 51 Prozent über die Hälfte der Befragten unzufrieden mit ihrer Kandidatur.

Die europäischen Sozialdemokraten schließen indes die Wahl von der Leyens nicht aus. Sie wolle ihre Eignung „nicht beurteilen, bevor wir ihr zugehört haben“, sagte die Fraktionsvorsitzende im EU-Parlament, Iratxe Garcia, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In der SPD ist man sich uneins. Die kommissarische Parteivorsitzende Malu Dreyer ließ eine Zustimmung der SPD-Europaabgeordneten offen („Es gibt keine Order“). Familienministerin Franziska Giffey nannte von der Leyen „eine respektable Persönlichkeit“. Der stellvertretende Vorsitzende Ralf Stegner rechnet hingegen mit einer einhelligen Ablehnung. Er nehme „derzeit auch niemanden wahr, der das anders sieht“.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer warnte die SPD deutlich davor, die Wahl zu hintertreiben. Sollte von der Leyen wegen des Agierens der SPD scheitern, wäre das „auf jeden Fall eine maximale und massive Belastung der Regierungsarbeit und der Koalition“, sagte Kramp-Karrenbauer im ZDF. Ähnlich äußerte sich CSU-Chef Markus Söder. „Wer parteiliches Klein-Klein über alles stellt, schwächt Deutschland in der Welt.“  afp

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