Iran beginnt mit Uran-Anreicherung

von Redaktion

Bewusster Verstoß gegen internationales Atom-Abkommen

Teheran – Weiterer Rückschlag für das internationale Atomabkommen: Der Iran hat angekündigt, sofort Uran über das erlaubte Maß von 3,67 Prozent hinaus anzureichern. Zudem stellte der stellvertretende Außenminister Abbas Araghschi den verbliebenen Vertragspartnern des Atomabkommens am Sonntag ein neues Ultimatum. Er hoffe, dass im Streit um die verhängten Sanktionen eine „Lösung“ gefunden werde, andernfalls werde Teheran in 60 Tagen weitere Verpflichtungen aus dem Vertrag aufgeben, sagte Araghschi.

Die Anweisung des Präsidenten Hassan Ruhani, die Urananreicherung zu steigern, werde „in wenigen Stunden“ umgesetzt, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation, Behrus Kamalwandi, am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Ein führender Berater des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei hatte zuvor angedeutet, die Konzentration könnte auf bis zu fünf Prozent gesteigert werden. Für Atomwaffen muss das Uran auf 90 Prozent angereichert werden.

Araghschi betonte, der Iran wolle das Abkommen beibehalten. Die seit Mai ergriffenen Maßnahmen ließen sich jederzeit rückgängig machen, wenn die Forderungen Teherans erfüllt würden, sagte der stellvertretende Außenminister. Die rückläufigen Ölverkäufe des Iran seien eines der Hauptprobleme, die gelöst werden müssten.

Der Iran hatte sich im internationalen Atomabkommen von 2015 bereit erklärt, sein Atomprogramm zu reduzieren, wenn USA, EU und UNO dafür ihre Wirtschaftsblockade aufheben. Im Mai 2018 verkündete US-Präsident Donald Trump jedoch einseitig den Ausstieg seines Landes aus dem Abkommen und verhängte Sanktionen.  afp

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