Die US-Regierung wollte eine „klare Antwort“ auf ihre Forderung nach deutschen Bodentruppen für Syrien – und die hat sie nun umgehend bekommen. Sie lautet: Nein. Für die zuletzt ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und der einstigen (?) Schutzmacht USA ist das keine hoffnungsfrohe Neuigkeit.
Um es klar zu sagen – es gäbe durchaus gute Gründe für die Deutschen, sich stärker in Syrien zu engagieren: die Flüchtlingsfrage oder der Kampf gegen den IS. Von Anfang an hatte es sich Deutschland mit seiner nur bedingt kampftauglichen Armee in der Syrienfrage sehr leicht gemacht. Man unterstützte die westlichen Verbündeten ein wenig logistisch und wünschte ansonsten viel Glück. Kein Wunder, dass da mal kritisch nachgefragt wird.
Interessant ist aber, dass sich die USA unter Donald Trump immer nur dann an Verbündete erinnern, wenn es darum geht, Kosten und Lasten abzutreten – ansonsten darf sie der Präsident munter vor den Kopf stoßen. Schlimmer noch: Während unklar bleibt, wie der Westen die Krisengebiete in Afghanistan, dem Irak und eben in Syrien befrieden kann, macht sich Trump daran, mit dem Iran den nächsten Konflikt einzugehen – jenem Iran, der auch in Syrien ein gewaltiges Wörtchen mitredet. Solange die USA ihre Nahost-Politik nicht zu Ende denken, stürzt sich Deutschland nicht ins Getümmel.
Mike.Schier@ovb.net