ROLF OBERTREIS
Ist das jetzt der Befreiungsschlag? Drei Top-Manager müssen gehen, 18 000 Stellen werden gestrichen, wohl vor allem in den USA. Das Investmentbanking wird zusammengestutzt. Die Deutsche Bank verabschiedet sich endgültig von ihrem Anspruch, einst gesetzt vor allem von Josef Ackermann, mit den ganz großen der Welt auf Augenhöhe zu agieren. Das ist ein paar Jahre vermeintlich gut gelaufen. Sie spiele in der ersten Liga, behauptete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Von wegen. Diese Zeiten sind längst vorbei.
Die Investmentbanker der Deutschen Bank haben jahrelang gezockt. Und nicht immer auf die Regeln geachtet. Strafen in Milliardenhöhe waren die Folge, ebenso wie enttäuschende Ergebnisse. Trotzdem wurden satte Boni ausgeschüttet, auch im vergangenen Jahr. Der Vorstand nicht ausgenommen. Christian Sewing hat vor 15 Monaten ein schwieriges Amt übernommen. Aber auch bei ihm hat es gedauert bis er verstanden hat, wie schwierig es wirklich ist. Jetzt greift er endlich richtig durch. Trotzdem bleibt er eine überzeugende Antwort auf die Frage schuldig, wo und wie die Bank mittel- und langfristig ihr Geld verdienen will. Es gibt jetzt eine Unternehmensbank. Laufen deshalb Firmen zur Deutschen Bank über? Wer braucht im Privatkundengeschäft heute noch eine Filiale? Wer einen Berater, der tatsächlich ein Verkäufer ist?
Sewing geht einen mutigen Schritt, will 13 Milliarden in die Digitalisierung stecken. Aber die Bank steckt so tief im Schlamassel, dass es Jahre dauert, bis sie da raus kommt. Und 8 Prozent Rendite schon in drei Jahren? Die Ankündigung erstaunt. Bemerkenswert, dass sich Aufsichtsratschef Paul Achleitner seit sieben Jahren an der Spitze hält. Er hat, gelinde gesagt, wenig auf die Reihe gekriegt.
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