Höcke abgestraft

von Redaktion

Kehl/München – Im offen geführten Machtkampf innerhalb der AfD nahm Parteichef Jörg Meuthen zuletzt kein Blatt vor den Mund. Er kritisierte den Personenkult um Björn Höcke und legte ihm nahe, sich künftig doch auf den Wahlkampf in Thüringen zu beschränken. Das war der Versuch eines Machtworts – am Sonntag hat Meuthen die Quittung dafür erhalten: Bei den Delegierten-Wahlen für den Parteitag Ende November ließ ihn sein eigener Kreisverband (Ortenau, Baden-Württemberg) durchfallen. Er erhielt nur 25 von 63 Stimmen. Für Meuthen ist das ein offene Watsche: Als Co-Chef kann er zwar beim Parteitag sprechen, den Bundesvorstand darf er aber nicht mitwählen. Das Ergebnis sei „ein klares Zeichen dafür, dass er sich innerparteilich anders positionieren muss“, sagte der Landtagsabgeordnete Stefan Räpple. Meuthen müsse „verbinden und nicht spalten“. Unter den in Ortenau gewählten Delegierten befinden sich laut ARD fast nur Parteimitglieder, die Björn Höckes völkisch-nationalem „Flügel“ nahestehen. Offenbar waren sie zur Delegiertenwahl bewusst mobilisiert worden. Gemäßigte in der AfD befürchten, dass Höcke beim Parteitag nach der Macht greift.  mmä/dpa

Artikel 7 von 11