Beleidigung via Twitter

Trumps Eigentor

von Redaktion

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Es gab mal eine kurze Zeit, in der Donald Trump – dem Druck seiner Berater folgend – das Management seines Twitter-Kontos Experten überließ, die filterten und fachlich prüften, was denn dem US-Präsidenten so einfiel. Doch diese Mitarbeiter sind offensichtlich nicht mehr aktiv. Stattdessen twittert der Präsident wieder munter und ohne Faktencheck drauflos. Das wäre zumindest eine Erklärung für die jüngste Blamage.

Trump empfahl vier progressiven weiblichen Neu-Abgeordneten der Demokraten, dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen seien und in ihrer Heimat mithelfen, die „völlig zerrütteten und von Verbrechen durchsetzten Orte“ wieder aufzubauen. Zudem seien die Regierungen dieser Länder eine „völlige Katastrophe“ und „die schlechtsten und korruptesten“ in der Welt. Drei der vier Frauen sind allerdings in den USA geboren – was das Ganze zum maximalen Eigentor Trumps macht, der offensichtlich keinen Wert auf solche Details legt.

Wie der Präsident mit dieser Einstellung den anstehenden Wahlkampf überstehen will, ist unklar. Möglicherweise setzt Trump auch nur darauf, dass seine Fans morgen vergessen haben, was er gestern gesagt hat.

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