Teheran/Washington – Ein mehrtägiger Besuch des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif in den USA nährt Spekulationen über mögliche Annäherungsversuche zwischen Teheran und Washington. Sarif traf am Sonntag in New York ein. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA will er morgen vor dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen sprechen. In Teheran kursieren indes Gerüchte, Sarif wolle ein Treffen mit der US-Seite am Rande der UN-Vollversammlung im September vorbereiten. Stellungnahmen gab es dazu nicht.
Parallel zu Sarifs Trip erklärte Irans Präsident Hassan Ruhani, seine Regierung sei unter Bedingungen gewillt, mit der US-Regierung zu reden. „Für Verhandlungen (mit den USA) sind wir immer bereit, auch diese Stunde, sogar jetzt gleich“, sagte er, aber stellte laut seinem Webportal wie schon zuvor Bedingungen: Vorher müssten die Amerikaner zur Vernunft kommen, den Druck beenden und Sanktionen aufheben.
Die Lage im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist extrem angespannt. Nach mehreren Zwischenfällen rund um die Schifffahrtswege im Persischen Golf und im Golf von Oman waren in den vergangenen Wochen Befürchtungen gewachsen, es könne zu einer militärischen Eskalation kommen. Die USA waren vor einem guten Jahr aus dem Atom-Abkommen ausgestiegen, der Iran zieht sich schrittweise zurück.
Teheran drängt seither die EU, eine Lösung zu finden. „Das Abkommen ist noch nicht tot“, sagte der britische Außenminister Jeremy Hunt gestern bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. „Der Iran ist noch immer ein gutes Jahr von der Entwicklung einer Atomwaffe entfernt.“ dpa/afp