Seit die Bertelsmann-Stiftung vergangene Woche in einer Studie zu dem Schluss kam, dass mehr als jedes zweite Krankenhaus weg müsste, wird heiß diskutiert. Während die einen die Behandlungs-Qualität in kleinen Kliniken in Frage stellen, fürchten die anderen um die Versorgung auf dem Land. Recht haben sie beide.
Zunächst einmal ist festzustellen, dass Krankenhausplanung Ländersache ist, nicht Stiftungssache. So lange es die Staatsregierung nicht will, muss also wohl niemand fürchten, dass demnächst im großen Stil kleine Krankenhäuser geschlossen werden. Im Gegenteil: Gerade Politiker auf Lokal- und Landesebene dürften im Zweifel dazu neigen, viel für den Erhalt dieser Kliniken zu tun, sofern sie wiedergewählt werden möchten. Das kann man gut finden. Doch unwirtschaftliche Häuser, Fachkräftemangel und teils mangelhafte Qualität sind nun einmal reale Probleme, auf die man auch reagieren muss.
Die Kliniklandschaft wird sich wandeln. Damit das nicht einfach so passiert, muss offen besprochen werden, wohin die Reise geht. Abseits von politischen Tagesdiskussionen und Bund-Länder-Arbeitsgruppen sollte Bayern selbst an einer Lösung für die Versorgung im Freistaat arbeiten. Ein Gremium, in dem so gut wie alle relevanten Akteure zusammensitzen, gibt es mit dem Krankenhausplanungsausschuss schon – nur beschäftigt der sich bisher viel mit dem Status Quo und wenig mit der Zukunft.
Sebastian.Horsch@ovb.net