London warnt Iran vor „gefährlichem Weg“

von Redaktion

Öl-Tankerkrise im Golf: Trump schickt US-Soldaten nach Saudi Arabien – Oman versucht zu vermitteln

London/Teheran – Der Iran hat Großbritannien in der Tankerkrise vor einem militärischen Eingreifen gewarnt. Seit die iranischen Revolutionsgarden einen Ölfrachter unter britischer Flagge in ihrer Gewalt haben, schaukelt sich die Konfrontation hoch. Die USA wollen zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien entsenden. US-Präsident Donald Trump sagte den verbündeten Briten enge Abstimmung zu.

Die Krise trifft Großbritannien in innenpolitisch turbulenten Zeiten angesichts des ungelösten Brexits und der Entscheidung über den Nachfolger der konservativen Regierungschefin Theresa May (siehe Artikel unten). Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinedschad, twitterte, es gebe politische Kreise in London, die Spannungen jenseits des Tankerstreits wollten. Dies sei gefährlich und unklug. „Der Iran bleibt jedoch entschlossen und ist auf alle möglichen Szenarien vorbereitet“, so der Diplomat.

Da der Tanker in den Gewässern des Omans gestoppt worden sei, sprach die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt von einer „feindlichen Handlung“. Ihr Kabinettskollege, Außenminister Jeremy Hunt, warnte, der Iran beschreite einen „gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens“. Dem Sender Skynews sagte Hunt: „Wir sind absolut deutlich, dass es sehr ernste Konsequenzen geben wird, wenn diese Situation nicht schnell gelöst wird.“

Der Oman drängt Großbritannien und den Iran zu einer diplomatischen Lösung. Man stehe mit mehreren Seiten in Kontakt, um die sichere Fahrt der Schiffe durch die Straße von Hormus zu garantieren, teilte das omanische Außenministerium gestern mit. Anders als die restlichen Golfstaaten pflegt der Oman gute Beziehungen zum Iran.

Der Zwischenfall am Golf belastete die Börsen und trieb den Ölpreis nach oben. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

Ausgangspunkt der jüngsten Eskalation des Konflikts ist der 4. Juli, als in den Gewässern der britischen Exklave Gibraltar der unter der Flagge Panamas fahrende Supertanker „Grace 1“ mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt wurde. Der Vorwurf: von der EU untersagte Lieferungen an Syrien. Das Fahrverbot gilt derzeit bis zum 20. August.

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