Klimadebatte immer hitziger

Greta und die Kanzlerin

von Redaktion

GEORG ANASTASIADIS

Gut, dass es Greta gibt, hat die Kanzlerin bei ihrer großen Sommer-Pressekonferenz sinngemäß gesagt. Sie habe die Bundesregierung beim Klimaschutz zur „Beschleunigung getrieben“. Das war, könnte man höhnisch hinzufügen, auch nötig: 2007 reiste die Klima-Kanzlerin ins ewige Eis, doch danach geschah zwölf Jahre lang wenig (mal abgesehen davon, dass die Regierung von der klimaneutralen Kernkraft auf die Kohle umstieg und die Deutsche Bahn mit dem Segen ihrer staatlichen Aufseher ihre umweltfreundlichen Nachtzüge einstellte). Man fragt sich, wofür man Merkel mehr bewundern soll: Für ihre Untertreibung des Jahres – oder dafür, dass sie es ohne zu erröten schafft, so zu tun, als hätte sie mit ihrer eigenen Politik nichts zu schaffen.

Jetzt also: Beschleunigung, Schluss mit Pillepalle. Die Kanzlerin tritt das Gaspedal durch. Doch ach, Merkels Pariser Freund Emmanuel Macron ist schon wieder einen Schritt voraus: Während Greta hierzulande von Bischöfen und Politikern noch als Prophetin in kurzen Hosen verehrt wird, tritt sie bei den mehr säkular eingestellten Nachbarn jenseits des Rheins schon in den Räumen der gesetzgebenden Nationalversammlung auf. Und in der Klimadebatte gibt es sogar noch mehr Raum für Beschleunigung – auch der absurdesten Art: Schon fordern die Grünen die Abschaffung aller Inlandsflüge. Und in den öffentlich-rechtlichen Landeserziehungsanstalten verlangen „Experten“, man müsse den Leuten nicht nur Urlaubsflüge, sondern auch den „Fleischkonsum, den Wohnraum, das Autofahren und den übermäßigen Konsum madig machen“. Das ist, auch wenn er mit lauter guten Absichten gepflastert ist, der Weg vom freiheitlichen Staat in die Öko-Diktatur.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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