Mauschel-Ärger um Karliczek

von Redaktion

Söder und Kretschmann fordern Klarheit bei Batterieforschung

Meersburg – Nach dem Votum der Bundesregierung für Münster als Standort für ein neues Batterieforschungszentrum fordern Bayern und Baden-Württemberg 200 Millionen Euro Forschungsgelder vom Bund. Damit wollen die beiden Südländer ein eigenes Forschungsnetzwerk mit Standorten unter anderem in Ulm, Augsburg, Nördlingen und Karlsruhe aufbauen.

Man fordere für jedes der beiden Länder mindestens 100 Millionen Euro vom Bund, um diese Forschung voranzubringen, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung beider Kabinette am Bodensee. Die Entscheidung für Münster sei mehr als ein „Standort-Ärgernis“, sondern existenziell: Denn anders als in Münster sei in Bayern und Baden-Württemberg industrienahe Batterieforschung möglich. Deutschland drohe zurückzufallen.

Hinter vorgehaltener Hand werden in der CSU seit Tagen Mauschel-Vorwürfe gegen Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erhoben. Sie kommt aus dem Münsterland, das nun von hunderten Millionen Euro profitiert. Laut „Tagesspiegel“ hatte eine Expertenkommission Ulm als Standort favorisiert. Der Vorgang wird heute ein Nachspiel im Forschungsausschuss des Bundestags haben. Söder verlangte totale Transparenz darüber, wie die Entscheidung zustande gekommen sei. „Es geht um eine halbe Milliarde Euro – das ist sehr viel Geld.“ Münster sei eine großartige Stadt, habe aber keinen Bezug zu Automobilität.

Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) sagte, es gehe darum, dass die Südländer als Autostandorte das industrielle Umfeld für die Anwendung der Batterieforschung hätten. Insofern sei dies eine „andere Liga“. dpa/cd

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