Chinas früherer Regierungschef Li Peng ist tot. Der gut ein Jahrzehnt amtierende Ministerpräsident starb mit 90 Jahren, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Li Peng war wegen seiner maßgeblichen Rolle bei der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz 1989 in Peking weltweit bekannt geworden. Er sei am späten Montag gestorben, hieß es. In der Vergangenheit hatte er mit Blasenkrebs zu kämpfen. Bis zu seinem Tod war der auch „Schlächter von Peking“ genannte Li für viele eine Symbolfigur der staatlichen Unterdrückung in China. Angesichts der Massenproteste für mehr Demokratie auf dem Tiananmen-Platz in Peking ordnete Li die Verhängung des Kriegsrechts an und ließ auf unbewaffnete Zivilisten schießen. Mehr als tausend Menschen wurden getötet. Bei Staatsbesuchen im Ausland sah Li sich häufig mit massiven Protesten konfrontiert, etwa 1994 in München und 1996 in Paris.
In St. Petersburg ist eine oppositionelle Aktivistin nach Angaben eines Mitstreiters getötet worden. Jelena Grigorjewa, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in Russland eingesetzt habe, sei in der Nacht zum Samstag „in der Nähe ihres Hauses brutal ermordet“ worden, schrieb der Aktivist Dinar Idrisow auf Facebook. Sie habe zuvor Morddrohungen erhalten. Die Polizei bestätigte, die Leiche einer 41-jährigen Frau mit zahlreichen Stichverletzungen sei in St. Petersburg aufgefunden worden. Laut Medien wurde ein Verdächtiger festgenommen.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die erste Parlamentsabstimmung über seine Wiederwahl deutlich verloren. 170 Abgeordnete votierten gegen, nur 124 für ihn. 52 enthielten sich, vier gaben keine Stimme ab. Im ersten Wahlgang hätte der sozialistische Regierungschef eine absolute Mehrheit von 176 Stimmen benötigt. Gemäß Verfassung findet morgen eine zweite Runde statt. Dann genügt Sánchez (47) eine einfache Mehrheit, also mehr Ja- als Nein-Stimmen. Jedoch ist völlig unsicher, ob er die nötige Unterstützung anderer Gruppierungen bekommen wird – allen voran des linken Bündnisses Unidas Podemos (UP).