Ferien für alle zur gleichen Zeit?

Bitte nicht à la française!

von Redaktion

ALEXANDER WEBER

Immerhin jeder dritte Deutsche fände es laut einer Umfrage gut, wenn die Schulferien im Sommer von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen zur selben Zeit stattfänden. So wie in Frankreich, wo sich die gesamte Grande Nation zwischen Ende Juli und Anfang September an den Stränden von der Bretagne bis zur Côte d’Azur trifft – und sich dort gegenseitig auf die Füße tritt.

Nein, dem zentralistischen Beispiel sollte das föderale Deutschland nicht folgen. Das Konzept des „Hamburger Abkommens“, mit dem die Kultusminister 1964 die Entzerrung der Ferien in den Bundesländern beschlossen hatten, hat sich im Großen und Ganzen doch bewährt. Die Hütten in Bayerns Bergen, die Hotels an den Seen und die Inseln an Nord- und Ostsee können mit der gestaffelten Ferienordnung wesentlich gastfreundlicher und wirtschaftlich erfolgreicher arbeiten, konzentriert sich die Hauptsaison doch nicht nur auf sechs kurze Wochen. Man mag sich zudem gar nicht ausdenken, was eine Urlaubskonzentration à la française für die deutschen Fernstraßen und Flughäfen bedeuten würde. Anschauungsmaterial bietet dieses Wochenende: Bayern und Baden-Württemberger starten in die schönste Zeit des Jahres, andere wie die Hessen kehren heim, der ADAC warnt vor Superstaus. Wollen wir das Problem vervielfachen?

Alexander.Weber@ovb.net

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