Milliarden für die Schiene

Die Bahn wird plötzlich cool

von Redaktion

DIRK WALTER

Hinter dem sperrigen Titel „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung LuFV III“ verbirgt sich ein schier atemberaubender Paradigmenwechsel: Jahrelang galt es in der Politik als uncool, Geld in die vermeintlich verschnarchte Bahn zu stecken. Diese Einstellung, allein auf Autobahnbau und Flugzeuge zu setzen, ändert sich gerade auf dramatische Weise – und ja, maßgeblich auch dank Bewegungen wie Fridays for Future. 86 Milliarden Euro sollen in den nächsten zehn Jahren allein in die Erneuerung maroder Bahninfrastruktur gesteckt werden. Ein wichtiges Signal!

Ausdrücklich ist der Neubau von Strecken im Finanzpaket ausgeklammert. Hier sind aber ähnlich hohe Investitionen nötig. Allein im bayerischen Raum könnten – siehe eingleisige Mühldorfer Strecke, siehe Brenner-Nordzulauf, siehe Oberlandbahn – etliche Milliarden verbaut werden. Von Ferntrassen ganz zu schweigen – dass die Fahrzeit München-Hamburg seit Jahrzehnten unverändert sechs Stunden beträgt, ist eigentlich erbärmlich. Das wäre schneller zu schaffen. Im Grunde sind sich, bis auf Nuancen, im Ziel von CSU bis Grüne nun fast alle einig: Die Bahn muss massiv ausgebaut werden, im Gegenzug innerdeutscher Flugverkehr und wahrscheinlich auch besonders spritfressende Autos verteuert werden. LuFV III ist ein Baustein in dieser Strategie.

Dirk.Walter@ovb.net

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