Berlin – Die Forderung der neuen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nach mehr öffentlichen Gelöbnissen von Bundeswehrsoldaten stößt auf ein geteiltes Echo. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier unterstützt den Plan der Ministerin. Öffentliche Gelöbnisse hätten eine Tradition in Hessen und seien ein deutliches Zeichen für die Bundeswehr, sagte der Regierungschef in Wiesbaden. Hessen werde daher dem Vorschlag folgen und zum Jahrestag der Gründung der Bundeswehr am 12. November ein öffentliches Gelöbnis abhalten.
Mehr öffentliche Gelöbnisse seien durchaus geeignet, die Verantwortung der Gesellschaft für die Bundeswehr zu betonen, sagte auch Militärbischof Sigurd Rink. Die „Enttabuisierung der Bundeswehr“ sehe er als zentrale Aufgabe der Politik an.
Scharfe Kritik kam dagegen von Linken-Parteichef Bernd Riexinger. „Das ist das Allerletzte, was wir brauchen. Ich kann nur hoffen, dass es breite Demonstrationen dagegen gibt“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Solche Gelöbnisse gingen „völlig an der Bevölkerung vorbei“, meint er. „Sie will keine Zurschaustellung des Militärischen, sondern dass klare friedenspolitische Positionen eingenommen werden.“
Unterstützung für Kramp-Karrenbauers Forderung kam vom Bundeswehrverband. „Wer gelobt, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung tapfer zu verteidigen, verdient gesellschaftliche Anerkennung und Respekt. Dieses Bekenntnis sollte keine geschlossene Veranstaltung hinter Polizeigittern sein“, erklärte der Vize-Vorsitzende Jürgen Görlich. epd/dpa