Johnsons neue Iran-Strategie

Gefährliches Abenteuer

von Redaktion

MARCUS MÄCKLER

Ist das nun britischer Pragmatismus? Ohne die USA, sagt Außenminister Dominic Raab, sei ein Militäreinsatz im Persischen Golf einfach nicht machbar. Dass der Bundesregierung dieses Argument nicht genügt, hat aber gute Gründe. Der britische Kurswechsel, der – natürlich rein zufällig – mit wachsendem Druck aus den USA einhergeht, kann in der Iran-Krise schwere Folgen haben.

Eigentlich wollten London, Paris und Berlin im Konflikt zwischen den USA und dem Iran eine eigene Position einnehmen und sich nicht von Donald Trumps Politik des maximalen Drucks treiben lassen. Dass Großbritannien unter dem neuen Premier Boris Johnson nun ausschert, ist wohl ein Signal der Härte gegenüber der EU –und leider auch eines der Eskalation in Richtung Teheran. Der Block derer, die sich – bisher vergebens – um Verständigung bemühten, bröckelt. Das ist auch mit Blick auf den dreivierteltoten Atomdeal Gift.

Die Voraussetzungen für einen Einsatz der Bundeswehr in der Straße von Hormus haben sich damit dramatisch verändert. Was Johnson und Trump vorhaben, erinnert verdächtig an den vor 16 Jahren begonnenen Irak-Krieg. Deutschland sollte sich gut überlegen, ob es sich auf ein so gefährliches Abenteuer einlässt.

Marcus.Maeckler@ovb.net

Artikel 1 von 11