Es gibt keine Strategie, um Schleusern ihr menschenverachtendes Geschäft langfristig zu zerschlagen. Sie ändern ständig ihre Transportrouten oder -mittel, um den Kontrollen an der bayerischen Grenze zu entgehen. Der Polizei bleibt nichts anderes übrig, als auf jede Entwicklung sofort zu reagieren. Deshalb muss sie aktuell eben intensiv Fernreisebusse kontrollieren – dort gibt es gerade die meisten Aufgriffe. Büßen müssen das die anderen Reisenden – mit längeren Zwischenstopps an der Grenze.
Mehr als zwei Drittel der Menschen ohne Papiere werden inzwischen sofort zurückgewiesen, weil sie keinen Asylgrund haben oder in einem anderen EU-Land bereits Asyl beantragt haben. Diese Rückweisungen sind sicher richtig – bedeuten für die Bundespolizei aber einen hohen Aufwand. Der ließe sich verringern, wenn schon die italienische oder spanische Polizei Ausweise kontrollieren würde, bevor Busse und Züge Richtung Deutschland starten. Die Kontrollen an der bayerischen Grenze wären deshalb zwar nicht verzichtbar. Schließlich gibt es unterwegs etliche Zusteigemöglichkeiten. Aber einige illegale Einreisen würden verhindert werden, bevor sie begonnen haben. Das könnte die Situation an der bayerischen Grenze etwas entschärfen. Zumindest so lange, bis die Schleuser eine neue Strategie entwickelt haben.
Katrin.Woitsch@ovb.net