Fleißig, motiviert, psychisch labil

von Redaktion

Der Täter von Frankfurt war seit Januar krankgeschrieben

Frankfurt/Wädenswil – Gut 13 Jahre lebt der Mann aus Eritrea in der Schweiz, für die Polizei bleibt er unauffällig. Dann plötzlich ein Ausbruch häuslicher Gewalt: Der 40-Jährige schließt Ehefrau und die drei Kinder in der Wohnung ein, die Nachbarin bedroht er mit einem Messer, dann macht er sich davon.

Am Ende der Reise steht die furchtbare Tat von Frankfurt. Dort soll er am Montag einen achtjährigen Jungen getötet haben, indem er ihn vor einen einfahrenden ICE stieß. Das Kind war mit seiner Mutter auf dem Weg in den Urlaub, die zwölfjährige Schwester war mit Freunden bereits im Auto vorgefahren.

Der mutmaßliche Täter galt als zuverlässig und fleißig, er ist Mitglied der christlich-orthodoxen Glaubensgemeinschaft. „Er zeichnete sich durch einen starken Durchhaltewillen und eine super Arbeitsmoral aus“, sagte Laetitia Hardegger vom Schweizer Arbeiterhilfswerk dem „Tages-Anzeiger“.

Im Jahresbericht des Hilfswerks von 2017 wurde der Geflüchtete als positives Beispiel präsentiert. „Er hat mir von Anfang an einen sehr guten Eindruck gemacht“, sagt dort sein Chef bei den Verkehrsbetrieben Zürich. „Er ist wirklich engagiert und zuverlässig. Seine Freude war groß, als wir ihm eine Festanstellung angeboten haben.“

Vieles spricht dafür, dass das Leben des Mannes vor einigen Monaten eine Wendung erfahren haben muss. Nach Polizeiangaben war der Eritreer in psychiatrischer Behandlung, seit Januar wegen psychischer Probleme auch krankgeschrieben. Hinweise auf eine Radikalisierung oder ideologische Motive fanden die Ermittler nicht.

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