Wie weit dürfen Forscher gehen – und wo sollte die Grenze sein? Diese hat sich mit den jetzt in Japan geplanten Versuchen erneut verschoben. Dort sollen bald Mensch-Tier-Hybride wachsen, die erst kurz vor der Geburt getötet werden. Bei weiteren Experimenten wird wohl auch diese Grenze fallen: Genau darüber darf, darüber muss sogar diskutiert und gestritten werden!
Tatsache ist: Der Traum, menschliche Organe in Tieren zu züchten und damit unabhängig von menschlichen Spendern zu werden, ist nur möglich, wenn diese Grenze fällt. Auch gehört es zur DNA der Wissenschaft, Tabus zu brechen, die Welt immer wieder neu zu denken und zu erfinden. Ohne solche Tabubrüche gäbe es weder Hirnoperationen noch Herztransplantationen. Doch mit jeder wissenschaftlichen Erkenntnis, mit jeder neuen Methode, die ersonnen wird, müssen auch die ethischen Grenzen neu ausgelotet werden. Das darf nicht allein Forschern und Expertengremien überlassen werden.
Es ist gut, dass sich erste Politiker zu Wort melden. Doch braucht es nicht nur ihre Meinung. Nötig ist eine gesamtgesellschaftliche Diskussion, an der sich möglichst viele beteiligen – nicht alles Machbare ist auch richtig.
Andrea.Eppner@ovb.net