Wahlen im Osten

Nach allen Seiten offen

von Redaktion

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Alle paar Wochen ist vom Softie-Flügel der CDU, namentlich vom Kieler Regierungschef Daniel Günther, eine Liebkosung für die Linkspartei zu vernehmen. Man müsse offen für Bündnisse im Osten sein, es gebe „ein gutes Stück Normalisierung zwischen CDU und Linken“. Überhaupt sei Thüringens linker Ministerpräsident Ramelow „so nett“, findet Günther. Wie großherzig und sanftmütig. Dennoch droht ein hässliches Erwachen. In der letzten Umfrage findet sich Thüringens CDU nach der Wahl im Oktober als verzwergter Juniorpartner einer Links-Regierung wieder. Oder als Anhängsel einer bizarr-bunten Allparteien-Koalition gegen die AfD.

Drittstärkste Kraft hinter der extremen Linken und der extremen Rechten, die Ost-CDU fast ohnmächtig zwischen Honeckers Erben und Höcke – das muss ein Alarmsignal sein, kein Start neuer Lockerungsübungen. Bisher hoffte die CDU leise, diesmal werde sie irgendwelche schillernden Bündnisse bilden können, und bis zur Wahl in fünf Jahren werde sich gegen die AfD schon ein Rezept finden. Irrtum: Die lustlose GroKo in Berlin mit ihren grün dominierten Debatten, das Regenbogen-Geflirte der CDU und der Absturz der SPD treiben Wähler schneller zu radikalen Kräften. Linkspartei und AfD hätten in Thüringen rechnerisch schon eine Regierungsmehrheit zusammen. Hoffentlich ist das nicht die „Normalisierung“, von der Herr Günther spricht.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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