München – Ein Tag im Zoo, ein Kinobesuch, ein Sommercamp – es gibt für Kinder prima Möglichkeiten, die Ferien zu genießen. Man muss sie sich allerdings leisten können. Vielen Familien fällt das immer schwerer, wie aus einer Studie des Paritätischen Gesamtverbands hervorgeht. Die soziale Schere ging zwischen 2003 und 2013 (neuere Daten liegen noch nicht vor) weiter auseinander.
Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Konsummöglichkeiten verändert haben und wie viel Geld für die Kinder zur Verfügung steht. Das Ergebnis ist für die ärmsten zehn Prozent ernüchternd, obwohl die Rahmendaten in Deutschland vielversprechend sind: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Löhne steigen, und der Konsum in Deutschland hat im Durchschnitt moderat zugenommen, beim obersten Zehntel sogar deutlich. Ganz unten kommt dieser Effekt aber nicht an.
Ärmere Familien müssen sich demnach noch stärker einschränken als zehn Jahre zuvor. Real haben sie weniger Geld zur Verfügung, um ihren Kindern mehr als das Notwendigste bieten zu können. „Arme Kinder werden ärmer und immer weiter abgehängt“, beklagt Ulrich Schneider. Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes plädiert für die Einführung einer einkommens- und bedarfsorientierten Kindergrundsicherung.
Nur 346 Euro konnten die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte 2013 monatlich für ein Kind ausgeben. Beim reichsten Zehntel waren es 1200, beim Durchschnitt 600. Besonders gravierend ist das Ergebnis bei den Ausgaben für soziale Aktivitäten. Dort blieben im Monat nur 44 Euro für Freizeit, Unterhaltung, Kultur – und für den Posten „außerhäusliche Verpflegung“. Preisbereinigt sind das fast 30 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Ein Eis im Kino? Schwierig. mb