Moskau – Der frühere Sowjetpräsident Michail Gorbatschow (88) rechnet nach dem Ende des INF-Vertrags über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen mit einem neuen Wettrüsten. „Dieser Schritt der USA macht die Weltpolitik unberechenbar und die Entwicklung chaotisch“, sagte der Friedensnobelpreisträger der Agentur Interfax. Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan hatten 1987 den Vertrag unterzeichnet. Dieser endet heute. Das Aus des zuerst von den USA aufgekündigten Abkommens führe dazu, „dass die Sicherheit nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt untergraben wird“, sagte Gorbatschow.
Russland warnte die USA vor einer Stationierung ihrer Raketen in Europa. Sollten die in dem Abkommen verbotenen Raketen aufgestellt werden, dann behält sich Russland laut Außenministeriums in Moskau vor, analog in der Nähe der USA solche Waffen zu stationieren. „Alle Optionen werden auf dem Tisch liegen“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Militärexperten in Moskau sehen zum Beispiel Venezuela oder Kuba als mögliche Standorte. » KOMMENTAR