Massenmorde in den USA

Blanke Ohnmacht

von Redaktion

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Die Amokläufe von El Paso und Dayton innerhalb von nur 13 Stunden sind Tragödien, die auch aus dem Versagen der liberalen US-Waffengesetze und der Volksvertreter im Kongress resultieren, die aus den Taschen der mächtigen Waffenlobby NRA gefüttert werden. Für Bürger, die bisher nicht strafrechtlich aufgefallen sind und mentale Probleme verheimlichen können, ist es immer noch möglich, problemlos die bei beiden Taten verwendeten Schnellfeuergewehre zu erwerben.

Mehr und mehr macht sich in den USA bei den Reaktionen auf derartige Gemetzel blanke Ohnmacht breit. Die politische Formel, man sei in Gedanken und Gebeten bei den Opfern, hat sich längst abgegriffen, steht für maximale Hilflosigkeit und muss auf die Angehörigen nur noch wie Hohn wirken. Der böse Geist des Waffenwahns ist längst aus der Flasche und nicht mehr zu zähmen. Denn die einzige wirklich wirksame Option – die radikale Beschlagnahme des Großteils der 300 Millionen Waffen in US-Haushalten – ist politisch nicht durchsetzbar.

Nach dem Massenmord von El Paso, das nicht zufällig von einem Migrationshasser für seine Tat ausgewählt wurde, verschärft sich aber noch ein zweites Problem: Ein Teil der konservativen Politiker, allen voran Präsident Trump, charakterisiert illegale Grenzgänger gerne als Drogenkuriere, Vergewaltiger und Mörder – auch wenn Kriminalitätsstatistiken dies nicht belegen. Wer Hass schürt, darf sich nicht über solche Taten wundern.

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