Allein in Europa sterben jedes Jahr 33 000 Menschen nach einer Infektion mit multiresistenten Keimen – gegen diese Bakterien schlägt kein Antibiotikum mehr an. Können wir uns überhaupt noch vor solchen Erregern schützen? Ja! Aber dafür müssen wir einiges tun.
Neue Antibiotika zu entwickeln, ist ein richtiger Schritt. Nur darf man sich nicht der Illusion hingeben, dass es gegen diese Medikamente nie Resistenzen geben wird; Bakterien sind Anpassungskünstler. Was aber in jedem Fall wirkt: ein Stopp bei unnötigen Antibiotika-Verschreibungen, etwa bei viralen Infekten. Das hilft hier nicht – es steigert jedoch das Risiko, dass sich Bakterienstämme entwickeln, gegen die am Ende nichts mehr wirkt. Da die meisten Erkrankungen mit antibiotika-resistenten Keimen ohnehin in Krankenhäusern entstehen, ist das A und O eine gute Krankenhaushygiene. Dazu gehört Desinfektion und Handhygiene, vor allem aber sollten Risikopatienten, Menschen, die nach einer Antibiotika-Therapie resistente Bakterien mit sich tragen, schnellstmöglich identifiziert und womöglich isoliert werden – damit sich die gefährlichen Erreger nicht unkontrolliert weiter verbreiten können.
Obwohl all diese Fakten bekannt sind, steigen die Opferzahlen weiter an. Keime sind zwar eine unsichtbare Gefahr. Aber sie sind real. Und sie bedrohen Menschenleben. Auch unseres. Ist das jedem von uns jetzt klar?
Barbara.Nazarewska@ovb.net