zu Boris Johnson

von Redaktion

PRESSESTIMMEN

„Die Konditionen werden von der Supermacht nach Belieben festgelegt, nicht von der unter Zeitdruck stehenden Nation, die als Bittsteller auftritt. Es spielt keine Rolle, dass Donald Trump wohlwollende Worte über Boris Johnson gefunden hat. Und auch nicht, dass sein Außenminister Mike Pompeo sagt, die USA würden mit dem Stift in der Hand an der Haustür warten. In Wirklichkeit wird es keine Gefälligkeiten geben, sondern nur das Aufzwingen brutaler Realpolitik.“

Guardian (London)

„Er hat nach Amtsantritt keine Reise in eine europäische Hauptstadt gemacht, sein Team hat keine neuen Verhandlungspositionen entwickelt. Die Botschaft lautet vielmehr: Das Austrittsabkommen ist tot. Der Backstop, die Notfalllösung für Nordirland, ist tot; wir wollen zwar, offiziell, alternative Lösungen für die innerirische Grenze, wissen aber, dass solche technischen Lösungen nicht vorliegen. Johnson kalkuliert mit No Deal, er will den harten Schnitt. Sollte Brüssel auf London zugehen, und wenn ja, womit? Kein seriöses Angebot käme ohne sensible Lösung für Nordirland aus. Diese aber kann vorerst nur so aussehen: entweder Nordirland in der Zollunion – oder Großbritannien in der Zollunion.“

Süddeutsche Zeitung (München)

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