Hongkonger legen Flughafen lahm

von Redaktion

5000 Menschen protestieren gegen Polizeigewalt – China erbost

Hongkong – Rund 5000 Demonstranten haben am Montag den Hongkonger Flughafen lahmgelegt und gegen Polizeigewalt protestiert. Die Verwaltung strich für den Rest des Tages alle Flüge. Zur Begründung hieß es, der Flugverkehr werde „ernsthaft gestört“. Auch die Lufthansa reagierte und strich mehrere Flüge nach Hongkong, unter anderem von München und Frankfurt aus.

Aktivisten hielten Schilder mit der Aufschrift „Hongkong ist nicht sicher“ und „Schande über die Polizei“ in die Höhe. Sie werfen den Sicherheitskräften vor, zunehmend gewaltsam und mit unverhältnismäßigen Methoden gegen Demonstranten vorzugehen. Bei Protesten am Wochenende setzte die Polizei Tränengas ein. Nach offiziellen Angaben wurden 45 Menschen verletzt, zwei schwer. Unter anderem trug eine Frau schwere Verletzungen im Gesicht davon. Als Zeichen der Solidarität trugen viele der Demonstranten am Flughafen Augenklappen oder Bandagen im Gesicht.

Die Hongkonger Regierung warnte vor wirtschaftlichem Chaos durch die Proteste. Die Stadt werde einen „hohen Preis“ für die Schließung des Flughafens zahlen, sagte Verkehrsminister Frank Chan. Auch der Ton aus Peking wird schärfer. Der Sprecher des für die chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau zuständigen Büros des Staatsrats verurteilte Angriffe mit Benzinbomben auf Polizisten während vergangener Proteste. „Radikale Demonstranten“ hätten wiederholt Sicherheitskräfte mit „äußerst gefährlichen Gegenständen“ angegriffen, sagte Yang Guang. Dies zeige „erste Anzeichen von Terrorismus“.

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