Der Umbau der Autoindustrie weg vom Verbrenner hin zu E-Motoren; die Herausforderungen des Klimawandels, die in vielen Branchen dramatische Umstrukturierungen auslösen werden: Der langjährige Export-Weltmeister Deutschland steht vor gigantischen Herausforderungen. Die jüngsten Ankündigungen zahlreicher deutscher Vorzeige-Unternehmen, massiv Stellen abbauen zu wollen, zeigen: Viele Arbeitnehmer drohen zu Opfern dieses historischen Wandels zu werden.
Aber da der Umbruch nicht von jetzt auf gleich erfolgt, haben Unternehmer, Gewerkschaften und Politik die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern. Die Vorschläge von Arbeitsminister Hubertus Heil gehen hier in die richtige Richtung. Schon bei der Finanzkrise 2009 war es der Ausweitung der Kurzarbeit zu verdanken, dass damals Massen-Entlassungen verhindert werden konnten. Doch jetzt geht es nicht um eine kurzzeitige Konjunkturkrise, sondern um einen dauerhaften Umbau: Laut Experten-Prognosen werden rund 1,5 Millionen Stellen bis 2035 wegfallen. Gleichzeitig werden aber in etwa gleich viele neuartige Jobs entstehen. Es geht darum, die Arbeitnehmer frühzeitig so zu schulen, dass sie den neuartigen Job-Anforderungen gerecht werden – also beispielsweise vom Autoschrauber zum Auto-IT-Experten werden.
Arbeitgeber sollten deshalb nicht nur über Fachkräftemangel jammern, sondern ihre Leute qualifizieren.
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