Start der Fußball-Bundesliga

Der Sommer der Phantasie

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

Zitieren wir wie jedes Jahr den Satz, mit dem die TV-Ikone Ernst Huberty (heute 92) die erste Sportschau nach der Sommerpause einzuleiten pflegte: „Die schreckliche, die fußballlose Zeit, sie ist um.“ Damals, in den 70ern und 80ern war es wirklich so: Wahrnehmung und Entertainment begannen mit dem Anpfiff auf dem Feld.

2019 indes haben wir es gar nicht so sehr vermisst, dass der Bundesligafußball an die drei Monate nicht rollte. Die Zeit war trotzdem voller Fußballtheater. Gegeben wurde das Stück: Dortmund verpflichtet, Bayern nicht. Man hat sogar unter eingeschworenen Anhängern des Serienmeisters ironisch vorgetragene Verzweiflung vernehmen können, wenn Sportdirektor Salihamidzic, den weiter alle wie einen Spieler-Jungspund Brazzo nennen, wieder einen Transfer verpasst hatte. Anders als in den Jahren davor hat die Fußball-Phantasie Stoff bekommen, neue Szenarien durchzuspielen: Die Bayern in Personalnot, flugs draußen in der Champions League, abgeschlagen in der Bundesliga und kurz davor, Franck Ribéry und Arjen Robben die Wiedereinstellung anzutragen.

Es wirkt, als wären die Bayern beleidigt, dass sie nicht mehr der obligatorische Meistertipp sind. Nun greifen sie sogar nach der Bückware. Einkaufen können sie bis 2. September, dann schließen die Märkte und die Wahrheit liegt nur noch auf dem Platz. Wir werden sagen: „Die wundervolle Zeit des Spekulierens, sie ist vorbei.“

Guenter.Klein@ovb.net

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