Rom – Nach der Aufhebung eines Einfahr-Verbots durch ein Verwaltungsgericht in Rom ist das Rettungsschiff „Open Arms“ mit 147 Migranten an Bord in italienischen Territorialgewässern angekommen. „Wir haben Land in Sicht“, twitterte die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Donnerstagmorgen. Einzelne Migranten durften das Schiff verlassen.
Der rechte Innenminister Matteo Salvini hatte dem Schiff die Einfahrt zunächst verboten, die Organisation legte dagegen Einspruch ein, erfolgreich. „Weiterhin ohne Hafen, aber das Ende dieses Albtraums nähert sich“, twitterte die Organisation.
Erst kürzlich war ein Sicherheitsgesetz in Italien in Kraft getreten, das Strafen bis zu einer Million Euro für Seenotretter vorsieht, die unerlaubt in die Territorialgewässer einfahren. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts weicht es im Fall der „Open Arms“ nun auf. Salvini hat aber angekündigt, Einspruch einzulegen. Zudem hat er ein neues Verbot erlassen. Welche Konsequenzen das für die „Open Arms“ haben könnte, ist unklar.
Der Großteil der Migranten harrt seit zwei Wochen auf dem Schiff aus, die übrigen sind seit ihrer Rettung vor fast einer Woche an Bord. Unter ihnen sind viele Minderjährige. Offenbar sind Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Rumänien, Portugal und Spanien bereit, Migranten zu übernehmen. Derzeit sucht auch die „Ocean Viking“ der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen mit 356 geretteten Migranten an Bord nach einem Hafen. dpa