Dreyer: „Wir vergeben keine Noten“

von Redaktion

Interview

Die Interims-Vorsitzende der SPD, Malu Dreyer, will keine Empfehlung für die Wahl von Olaf Scholz zum neuen Parteichef abgeben. Es würden viele gute Kandidaten ins Rennen gehen, sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin im Interview.

Frau Dreyer, ist Olaf Scholz jetzt der große Favorit für den SPD-Vorsitz?

Ich habe immer gesagt, wir werden viele gute Kandidatinnen und Kandidaten für diese große und auch wunderbare Aufgabe bekommen.

Unterstützen Sie die Kandidatur des Finanzministers?

Unsere Mitglieder werden darüber entscheiden, wen der Parteivorstand auf dem Parteitag nominieren wird. Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und ich leiten als kommissarische Vorsitzende das Verfahren. Wir geben keine Wahlempfehlung ab und werden auch keine Noten für Kandidatinnen und Kandidaten vergeben.

Aber Hand aufs Herz – die Kandidatensuche ist doch bislang eher absurd verlaufen, oder?

Wenn wir sagen, dass wir mehr Demokratie wagen wollen bei der personellen Neuaufstellung der Partei, dann stehen wir auch dazu.

Vielleicht ist die SPD einfach nicht mehr wiederzubeleben. Wie sehen Sie das?

Die SPD ist eine stolze Partei, sie hat Verfolgung und Kriege überstanden, staatspolitische Verantwortung für unser Land in schwierigen Zeiten übernommen. Wir haben mehr Mitglieder als jede andere Partei und – das ist vielleicht der wichtigste Grund – wir werden gebraucht. Jetzt haben wir ein Verfahren, um einen neuen Parteivorstand zu besetzen und vielen Beobachtern geht das nicht schnell genug. Ehrlich: Davon lassen wir uns nicht verrückt machen. H. STRAUSS

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