Beamte beklagen Übergriffe

von Redaktion

Jeder Zweite im öffentlichen Dienst berichtet über Probleme

Berlin – Polizisten, Notärzte oder Busfahrer werden einer Umfrage zufolge im Dienst häufig beschimpft, behindert oder gar angegriffen. Fast jeder zweite Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ist laut einer neuen Umfrage im Auftrag des Beamtenbunds dbb schon einmal auf diese Weise zum Opfer geworden. Vier von fünf Bundesbürgern gehen der am Dienstag veröffentlichten Erhebung zufolge davon aus, dass die Verrohung der Gesellschaft insgesamt zugenommen hat.

„Es gibt mittlerweile kaum eine Berufsgruppe, die nicht betroffen ist“, stellte der Deutsche Gewerkschaftsbund bereits im vergangenen Jahr fest. Allein 74 000 Angriffe auf Polizeibeamte seien im Vorjahr erfasst worden. Die neue Umfrage des Instituts Forsa gibt aktuelle Hinweise auf den Umfang des Problems: Insgesamt haben 48 Prozent der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei der Arbeit schon einmal einen Übergriff auf sich erlebt. Beleidigungen seien dabei am häufigsten vorgekommen – bei 89 Prozent der Betroffenen. Es folgen Anschreien (68 Prozent), körperliches Bedrängen (31) und Schläge (17). Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach sagte: „Es ist höchste Zeit, zu handeln.“ Den Dienstherren warf er vor, die Probleme häufig zu verschleiern. Nötig sei ein Investitionsprogramm für mehr Sicherheit im öffentlichen Dienst, etwa durch mehr Personal.

Auch um das Vertrauen in den Staat steht es der Umfrage zufolge nicht zum Besten. So halten 61 Prozent den Staat bei der Erfüllung seiner Aufgaben generell für überfordert. Am häufigsten wurden hierbei die Themen Schule/Bildung, Migration und innere Sicherheit genannt.

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