Italien beschlagnahmt „Open Arms“

von Redaktion

„Der Albtraum hat ein Ende“ – Flüchtlinge dürfen nun an Land

Rom/Madrid – Nach dem Sprung mehrerer Migranten ins Meer hat die sizilianische Staatsanwaltschaft die Anlandung der „Open Arms“ in Italien angeordnet. Außerdem solle das Rettungsschiff beschlagnahmt werden, sagte Innenminister Matteo Salvini gestern in einem Facebookvideo. Die Staatsanwaltschaft werde gegen unbekannt wegen Amtsmissbrauchs ermitteln – das könne nur er sein.

„Endlich, der Albtraum hat ein Ende, und die 83 Menschen an Bord bekommen sofortige Hilfe an Land“, twitterte die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms. Berichten zufolge hatte sich der zuständige Staatsanwalt Luigi Patronaggio die Situation an Bord selbst angeschaut und dann entschieden. Die Organisation erklärte, die Lage auf ihrem Schiff sei „außer Kontrolle“. Mindestens 14 Migranten sprangen am Dienstag ins Wasser und versuchten, Lampedusa schwimmend zu erreichen. Die Küstenwache barg sie.

Das Rettungsschiff ist seit knapp drei Wochen auf dem Meer blockiert und liegt seit Tagen vor der Insel Lampedusa. Eigentlich hatte die spanische Regierung am Dienstag angekündigt, ein Marineschiff zu schicken, das die „Open Arms“ bis nach Mallorca begleiten sollte. Die Fahrt dauert aber drei Tage.

Obwohl sich mehrere EU-Staaten zur Aufnahme der Menschen bereit erklärt hatten, wollte Salvini die Menschen nicht an Land lassen. „Das, was Salvini im Zusammenhang mit Open Arms macht, ist eine Schande für die gesamte Menschheit“, sagte Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robless.

Zeitweise befanden sich rund 160 Migranten an Bord, jedoch waren mehrmals Menschen in prekärem Gesundheitszustand nach Italien oder Malta gebracht worden. Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff am Montag den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten, was die NGO ablehnte. Die prekäre Lage an Bord erlaube es nicht, noch tagelang über das Meer zu fahren.

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