München – Es ist ihr erster gemeinsamer Auftritt als Bewerberduo (kleines Bild), aber viel Euphorie liegt nicht in ihren Sätzen. „Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, was jetzt zu tun ist“, sagt Vize-Kanzler Olaf Scholz. Seine Co-Kandidatin Klara Geywitz spricht beim gestrigen Termin von einer „nicht ganz einfachen Entscheidung“. Scholz ist der bislang hochkarätigste Kandidat für den SPD-Vorsitz, Geywitz dagegen steht für das Gros der Bewerber, die quasi als Namenlose den Neuanfang der SPD stemmen wollen.
Klara Geywitz (9): Die 43-Jährige erklärte, sie wolle die „Normalbürger“ in Berlin vertreten. Geywitz war früher Vize-Landeschefin in Brandenburg und Mitglied der großen Verhandlungsrunde für den schwarz-roten Koalitionsvertrag 2018.
Boris Pistorius (11) und Petra Köpping (10): Der 59-jährige Pistorius ist seit 2013 Niedersachsens Innenminister. Die 61 Jahre alte Köpping ist als Sachsens Integrations-Staatsministerin eine der wichtigsten SPD-Politikerinnen im Osten.
Gesine Schwan (4) und Ralf Stegner (6): Die beiden SPD-Veteranen sind neben Scholz wohl die prominentesten Bewerber. Der 59-jährige Stegner, der immer wieder mit zugespitzten Formulierungen für Schlagzeilen sorgt, ist seit 2014 Parteivize. Der großen Koalition steht er skeptisch gegenüber. Die 76-jährige Schwan, die zweimal als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt scheiterte, ist Chefin der Grundwertekommission ihrer Partei.
Hilde Mattheis (2) und Dierk Hirschel (16): Sie stehen für einen klaren Linkskurs. Als Vorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 innerhalb der SPD zählt Mattheis schon sehr lange zu den scharfen Kritikern der Großen Koalition. Hirschel ist Funktionär bei der Gewerkschaft Verdi.
Christina Kampmann (13) und Michael Roth (7): Der Staatsminister im Auswärtigen Amt und die ehemalige NRW-Familienministerin wollen Kommunalpolitiker und Nicht-Mitglieder stärker einbeziehen.
Simone Lange (3) und Alexander Ahrens (14): Die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen wollen die SPD wieder näher an die Bürger bringen. Lange, eine frühere Kriminalpolizistin, war im April 2018 bereits gegen die damalige Parteivorsitzende Andrea Nahles angetreten und hatte einen Achtungserfolg von knapp 28 Prozent erzielt. Ahrens hatte die SPD zwischenzeitlich verlassen, trat 2017 aber wieder ein.
Karl Lautberbach (8) und Nina Scheer (12): Lauterbach ist als langjähriger Gesundheitsexperte seiner Fraktion bekannt, Scheer widmet sich vor allem umwelt- und energiepolitischen Fragen.
Robert Maier (5) ist Unternehmer und Sohn der einst von der FDP zur SPD übergetretenen Ex-Abgeordneten Ingrid Matthäus-Maier.
Karl-Heinz Brunner (15): Der bayerische Bundestagsabgeordnete wendet sich wie Maier gegen eine zu linke Positionierung seiner Partei.
Hans Wallow (1) saß in den 80er und 90er Jahren für die SPD im Bundestag und will der SPD seine „lange Erfahrung sowohl in der praktischen Politik als auch in grundsätzlichen Fragen“ zur Verfügung stellen.