Nach der Schlacht lichtet sich in Rom der Pulverdampf. Vorläufiges Ergebnis: Sozialdemokraten und Fünf Sterne wollen es miteinander versuchen, die Lega steht als Verlierer da. Wirklich? Sicher ist zur Stunde gar nichts. Ein Bündnis zwischen dem gemäßigten Partito Democratico und den linken Populisten wäre ein Wagnis mit vollem Risiko. Denn ein vorzeitiges Scheitern vor dem regulären Ende der Legislaturperiode würde Italien wohl genau jenes Szenario bescheren, das eine breite Front im Parlament gerade verhindert hat: einen handstreichartigen Durchmarsch der rechtsextremen Lega an die Macht.
Sicher, Matteo Salvini ist nun seiner Bühne als Obersheriff beraubt; innerhalb seiner Partei rumort es. Doch auszählen sollte man den politischen Kraftprotz nicht. Jeder Fehler, jeder Streit der neuen Partner könnte ihm Wähler zutreiben. Zu befürchten steht zudem, dass seine Anhänger den politischen Protest gegen die aus ihrer Sicht „illegitime“ und „widernatürliche“ Koalition der bisherigen Widersacher auf die Straße tragen könnten.
Partito Democratico und Cinque Stelle, so wesensfremd sie sich sind, ahnen es: Sie wären auf Gedeih und Verderb aneinandergekettet.
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