Dresden/Chemnitz – Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen, bei der starke Zuwächse für die AfD erwartet werden, haben zehntausende Menschen in Dresden für eine offene und solidarische Gesellschaft demonstriert. Nach Schätzungen der Veranstalter vom Bündnis „Unteilbar“ zogen am Samstag rund 40 000 Menschen durch die sächsische Landeshauptstadt.
Zu der Demonstration gegen Rassismus und Ausgrenzung aufgerufen hatten 400 Gruppen und Personen, darunter Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbände sowie antirassistische und antifaschistische Organisationen. „Sachsen kann auch anders, Dresden ist viel, viel mehr als Pegida“, erklärten die Organisatoren mit Blick auf Pegida-Kundgebungen, die in Dresden nach wie vor stattfinden.
Unter den Demonstranten waren auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Linke-Chef Bernd Riexinger, sie traten aber nicht als Redner auf. Sachsens Ministerpräsident und CDU-Chef Michael Kretschmer kam nicht. Er zollte den Demonstranten Respekt, er könne aber als Ministerpräsident und CDU-Chef nicht bei einer Veranstaltung sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie seien, ließ er mitteilen. Zudem lägen er beziehungsweise die CDU und „Unteilbar“ bei der Seenotrettung und dem sächsischen Polizeigesetz auseinander.
Im sächsischen Chemnitz wurden am Sonntagabend 1000 Teilnehmer zu einer Kundgebung von Rechtsextremisten erwartet. Ein Jahr nach dem tödlichen Messerangriff eines Syrers auf einen Deutschen hatte die laut sächsischem Verfassungsschutz rechtsextremistische Bewegung Pro Chemnitz dazu aufgerufen. dpa