„Supergroßer Raketenwerfer“

von Redaktion

Erneut Tests in Nordkorea – US-Präsident Trump bleibt gelassen

Washington/Seoul – Nordkorea hat erneut einen Raketentest durchgeführt. Laut südkoreanischem Generalstab flogen am Samstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen vom Osten des Landes aus rund 380 Kilometer weit in Richtung offenes Meer. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA verbreitete Bilder eines laut Machthaber Kim Jong Un „neu entwickelten supergroßen“ Mehrfachraketenwerfersystems.

Tests mit ballistischen Raketen sind dem Land, das mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Die südkoreanische Regierung und US-Präsident Donald Trump reagierten dennoch wie schon nach ähnlichen Tests in den vergangenen Wochen betont gelassen. Trump sagte auf dem G7-Gipfel im französischen Biarritz am Sonntag, Kim Jong Un verstoße „nicht gegen eine Vereinbarung.“ Er sei zuversichtlich, dass Kim, „den ich gut kennengelernt habe, am Ende das Richtige tun wird“. Kurz vor dem Abflug zum Gipfel hatte Trump über Kim gesagt: „Er testet gerne Raketen.“ Andere Staaten täten das auch.

Trump setzt darauf, dass Kim, mit dem er sich seit Juni 2018 dreimal traf, Gespräche über dessen Atomwaffenprogramm wieder aufnimmt. In Südkorea wird spekuliert, Kim versuche mit den Tests, die Oberhand bei neuen Verhandlungen zu gewinnen.

In den Wochen zuvor hatte Pjöngjang ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für Raketentests genommen. Seoul wertete diese als „Machtdemonstration“, die Pjöngjangs Unmut über die Manöver zeigen sollten. Die USA und Südkorea haben die Übungen vergangenen Dienstag beendet.  dpa

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