Jetzt haben wir alle einen Sommer lang Erfahrungen mit den E-Scootern gesammelt. Nun kann man getrost sagen: Danke, das war’s, die Roller können wieder weg. Sie sind nicht mehr als ein gefährlicher Unfug.
Der Verkehrsraum war vorher schon sehr eng. Für die –vor allem bei Touristen, Jugendlichen und Betrunkenen – beliebten Spaßausflüge ist einfach kein Platz in der Innenstadt. Irgendwann kommt noch einer auf die Idee, batteriebetriebene Dreiräder (viel sicherer!) oder E-Skateboards (viel wendiger!) in den Stadt-Verkehr zu bringen. Nein, man muss nicht alles haben.
Dabei sind fahrende E-Scooter gar nicht das größte Problem. Die meiste Zeit stehen die Dinger einfach nur herum: Mitten auf Gehwegen, an Einfahrten, in Grünanlagen, direkt vor Bushaltestellen. Fragen Sie mal blinde oder sehbehinderte Menschen, wie sie sich jetzt durch die Stadt navigieren.
Aber Halt! Die E-Roller sind doch so gut für die Umwelt. „Eine echte Alternative zum Auto“, frohlockte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vor der Einführung. Das macht eine schlechte Idee nicht besser. Die Roller werden nachts von (Diesel-) Lastern zum Aufladen abgeholt, nach kurzer Zeit sind sie nicht mehr als giftiger Elektroschrott. Und wer lässt schon wegen eines E-Rollers wirklich sein Auto stehen? Für die „letzte Meile“ von der Bahn zur Arbeit gibt es bessere, weniger gefährliche Alternativen: zu Fuß gehen oder eines der vielen, meist ordentlich abgestellten E-Bikes mieten. Diese sind sogar in der Regel günstiger als die Roller. Ein Schritt zurück wäre ein Schritt nach vorne.